Spiegel Reef
Ich möchte Euch mitnehmen, in meine Gedankenwelt rund um die Meerwasseraquaristik und Euch zu 60 Minuten konzeptionelles Meeresrauschen pro Episode einladen. In der Regel werden mindestens 2 Episoden pro Monat veröffentlicht, wobei mein neues Aquarienprojekt diesem Podcast den Rahmen gibt. Natürlich bemühe ich mich aber auch immer wieder interessante Gäste mit einzubeziehen.
Habt Ihr Lust auch mal als Gast bei einer Episode mitzuwirken, dann bucht gerne einen Slot unter https://calendly.com/spiegelreef/podcast-aufnahme
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Episode 78: MISTVIECHER !!!!
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Kurzzusammenfassung – Episode "Mistviecher" (Sept 2026)
Nach dem Neustart im Frühjahr lief das Becken wieder – bis Dennis in den Urlaub fuhr. Schon nach zwei Tagen kamen die ersten Bilder vom Tanksitter: kaum Polypenexpansion, dann weiße Stellen, dann tote Korallen. Zurück zu Hause: Cyanos überall, Algen, viele SPS tot oder sterbend, Wasserchemie durcheinander.
Es folgten Wochen auf falschen Fährten. Der Hanna-Checker meldete 0 Phosphat, die ICP kam später mit 0,12 mg/l zurück – das Gerät war schlicht defekt. Verdacht auf das neue Mischbettharz führte zu massiver Aktivkohlefilterung und damit zu einem Jodmangel. Die Organo-MS zeigte nur Insektizid-Spuren, ~600 Liter Wasserwechsel verwässerten die Diagnostik zusätzlich. KH-Verbrauch: durchgängig null. Betroffen waren ausschließlich SPS – erst Acropora, dann Montipora und Stylophora.
Der Durchbruch kam über eine handtellergroße Tisch-Acropora, die auffällig mittig angegriffen war. Ein langer NYOS-Dip (ca. 12 Minuten) spülte mindestens 200 winzige Tiere heraus, die sich sofort in seidenartige Kokons einspannen. Claude Schumacher von Fauna Marin erkannte sie: gammaridenverwandte Krebse, kommen häufig auf Indokorallen mit, gehen zuerst an Acropora, dann an Montipora – gleiche Behandlung wie bei Spiderweb. Rückblickend passt das auch zum Vibrio-Problem im Frühjahr: gestresste, abschleimende Korallen als Nährboden.
Behandelt wurde nach Fauna-Marin-Plan, abgestimmt mit Fischtierarzt Jan Wolter, als mehrstufige Intank-Behandlung mit 8 h Einwirkzeit. 24–36 Stunden später ein "völlig neues Becken" – Milka wieder flauschig, Euphyllia glänzend, nach vier Tagen wieder messbarer KH-Verbrauch. Iteration zwei steht noch aus.
Persönlich das ehrlichste Stück der Folge: wie stark das Becken auf die Stimmung schlägt, inklusive des Moments mit dem Hammer daneben. Kernbotschaft: eine Plage, die man nicht erkennt, treibt einen in den Wahnsinn – holt euch eine Outside-View. Dazu: Social-Media-Pause (Instagram/Facebook offline), Ausblick auf Nordriff im Klimahaus.